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Dekompressionserkrankungen

First to do!!
 
Verunfallte Taucher benötigen ab dem ersten Moment Sauerstoff! Am besten 100% über eine Maske mit sog. Reservoir.
 
Gut ausgestattete Tauchbasen oder Tauchschiffe sollten diese immer in ausreichender Zahl vorhalten. Anschließend ist ein schnellstmöglicher Transport in eine Druckkammer zwingend notwendig. Das gemeinhin bekannte Nassrekomprimieren mit normaler Luft ist, neben dem enorm hohen Risiko für den Tauchpartner, auch oft ineffektiv und wird deshalb von führenden Tauch-Versicherern wie DAN nicht empfohlen.
Eine vollständige Liste aller deutscher Notfalldruckkammern mit 24-Stunden Rufbereitschaft finden Sie unter: http://www.gtuem.org/1240
Zusätzlich sollten Sie sich am Tauchort immer über die nächstgelegen Druckkammer und deren Erreichbarkeit informieren. Die Tauchbasen vor Ort können oftmals helfen.
Vor Antritt eines Urlaubs sollten zudem die Versicherungen hinsichtlich der Kostenübernahme für Behandlungen, Transporte (Rückholflüge etc.) und Logistik überprüft werden. Doppelversicherungen können im Nachgang zu Streit über Zuständigkeiten führen.
 
Was ist ein Tauchunfall?
 
Der "Tauchunfall" (manchmal auch Taucherunfall) ist ist ein Sammelbegriff für alle Vorkommnisse, die dem Taucher im Wasser und nach dem Tauchgang zustoßen. Hierbei ist noch zu bedenken, dass die Ursachen für den Tauchunfall unmittelbar etwas mit den veränderten Druckverhältnissen beim Tauchen oder am Arbeitsplatz tun haben müssen.
Das bedeutet, dass andere Verletzungen wie Schnittwunden, Quetschungen, Stichwunden, Knochenbrüche etc., sowie Bisswunden, Vergiftungen etc, durch Tiere herbeigeführt, nur als Unfälle zusätzlich beim Tauchen verstanden werden.
Der "klassiche" Tauchunfall ist entweder eine Dekompressionskrankheit (auch Caissonkrankheit genannt), eine Überdehnung der Lunge oder eine andere durch Druckunterschiede hervorgerufene Verletzung bzw. Erkrankung. 
 
Hier wollen wir einige Begriffe erörtern:
 

Caissonkrankheit:
 
Vor ca 250 Jahren haben französiche und belgische Ingenieure ein System zu Anwendung gebracht, mit dem man auf dem Grund von Seen und Flüssen "trockenen Fusses" arbeiten konnte. Im Prinzip waren es Holzkästen ( franz. Caisson ) der unterschiedlichsten Form, die auf den Grund abgelassen wurden. Mit Überdruck wurde das Wasser herausgepresst. Über eine Schleuse konnten dann die Arbeiter in die Caissons gelangen, die nun unter Überdruck standen, und arbeiten. Da die ersten "Taucherkrankheiten" in den s.g. Caissons vorkamen, gab man ihnen den Namen "Caissonkrankheit". Dieser Begriff wurde in der Taucherei übernommen. Tatsächlich ist die Taucherkrankheit aber eine Verletzung und keine Erkrankung.
Unter dem Sammelbegriff Caissonkrankheit fasst man alle Vorkommnisse zusammen, die ein Ausperlen von Stickstoffbläschen im Körper verursachen.
 
Hierzu einige Stichpunkte:
  • Taucherflöhe sind Stickstoffausperlungen im Unterhautfettgewebe. Sie verursachen einen sehr heftigen Juckreitz und Schmerzen auf/unter der Haut.
  • Bends sind Stickstoffausperlungen in den Gelenken. Bends verursachen z.T. heftige Schmerzen in den betroffenen Gelenken.
  • Chokes sind Stickstoffausperlungen in den Lungenbläschen. Hier entstehen Schmerzen beim Atmen bis hin zur akuten Atemnot.
  • Schwere Form der Bends sind Beschwerden wie unter Nr.2 beschrieben, treten aber schon während des Auftauchens auf.
  • ZNS-Symptome sind Stickstoffausperlungen an den Nerven und im Gehirn. Hierbei erfährt der Verletzte Taucher alle Formen von nervösen Ausfallerscheinungen wie Lähmungen,Taubheitsgefühle, Empfindungsirritationen, Sehstörungen, Hörstörungen usw.
  • Arterielle Gasembolie Hierbei entstehen Gasblasen (Stickstoff oder sonst.) welche durch ein Loch in der Herzscheidewand (Septum) ins arterielle Blutsystem übertreten. Diese Gasblasen können dann die Arterien embolisieren, also verstopfen. Das dahinter liegende Gewebe stirbt ab
  • Barotrauma.( Baro = Druck, Trauma = Verletzung ) Darunter versteht man alle Verletzungen, die durch Druckunterschiede in und an den starren Körperhöhlen entstehen können.
Hier unterscheidet man zwischen Überdruckbarotrauma und Unterdruckbarotrauma. Die s.g. Barotraumata können in folgenden Körperhöhlen entstehen:
Lunge, Außenohr, Mittelohr, Ober-und Unterkieferhöhlen, Stirnhöhlen, Zähne, unter bestimmten Bedingungen auf der Haut oder den Augen und verschiedenen kleineren Nasennebenhöhlen.
Wichtig ist: Alle Formen der Caissonkrankheit, auch Druckfallkrankheit oder auf Neudeutsch DCS (Decompression-Sicknes) gehören in die Hände eines Taucherarztes und in die Druckkammer zur Behandlung. Es ist die Natur dieser Verletzung, sich noch über viele Stunden zu verschlimmern. Unbehandelte Caissonerkrankungen verursachen Langzeitschäden, die meist irreparabel sind.
Tiefenrausch
Um den Tiefenrausch ranken sich die meisten Gerüchte in der Taucherei. Tatsächlich handelt es sich hier um eine Art Stickstoffnarkose, die auf den verschiedenen Tauchtiefen diverse Symptome verursacht, welche einem Trunkenheitszustand gleichen können.
 

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