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Innenohrerkrankungen

Innenohrerkrankungen
Schall, Schalldruck und deren Wirkung auf das Ohr

Schall im physikalischen Sinne entsteht durch sich wellenförmig ausbreitende, winzige Druckveränderungen in der Luft. Die Kräfte, die durch diese Druckveränderungen übertragen werden, bezeichnet man als Schalldruck.
Unser Ohr nimmt den Schall auf und macht ihn für uns als Töne oder Geräusche hörbar: Das Trommelfell wird von diesen winzigen Druckveränderungen in Schwingung versetzt. Die Gehörknöchelchen leiten die Schwingungen in das Innenohr weiter, wo sie ihrer Tonhöhe (d.h. Frequenz) entsprechend von sehr empfindlichen Nervenzellen (sog. Haarzellen) registriert werden. Nach Verarbeitung im Gehirn können wir sie als Töne unterschiedlicher Höhe wahrnehmen.

Symptome einer Innenohrerkrankung
  • Druckgefühl im Ohr
  • Hörverlust (Hörsturz)
  • Tinnitus (Ohrgeräusche)
  • Schmerzen
  • Hyperakusis (Überempfindlichkeit für Geräusche)

Was ist ein Tinnitus?
Hierunter versteht man die Wahrnehmung von Geräuschen, die nicht von einer äußeren Schallquelle erzeugt werden. Die Ursachen eines Tinnitus sind vielgestaltig (Erkrankungen des Ohres, Infektionen, Stress, Lärm, Unfälle, Tumore oder psychosomatisch). Heutzutage gilt der Tinnitus als Volkskrankheit mit nicht unerheblichen Folgen (Schlafstörungen, Ängste, Depressionen und Arbeitsunfähigkeit).

Wirkung der HBO-Therapie
Die HBO-Therapie ist eine Behandlungsform, bei der die Patienten unter erhöhtem Druck (hyperbar) medizinisch reinen Sauerstoff (engl. oxygen) einatmen (HBO = hyperbaric oxygenation). In einer hermetisch abgeschlossenen Kammer wird der Druck auf das 1,5- bis 3-fache des normalen Umgebungsdruckes erhöht.

Normalerweise wird der in der Luft enthaltene Sauerstoff an die roten Blutkörperchen gebunden und vom Blutstrom zu den Geweben transportiert. Der kranke oder verletzte Organismus kann diese Form der Sauerstoffversorgung nur eingeschränkt aufrechterhalten und der Sauerstoff kann das Gewebe nicht mehr ausreichend durchdringen.

Die HBO verbessert die Stoffwechselsituation Ihres Innenohrs bedeutend, indem sie ein bis zu 20-fach höheres Sauerstoffangebot bereitstellt. Da hierbei Sauerstoff nicht nur durch die roten Blutkörperchen transportiert wird (das ist der normale Weg), sondern auch auf dem Wege der physikalischen Lösung in Körperflüssigkeiten (nur durch HBO möglich), erreicht der Sauerstoff durch die HBO-Therapie jede Körperregion. Auf dem Boden eines optimalen Stoffwechsels kann sich das Innenohr regenerieren und seine Funktion allmählich wieder aufnehmen.

Behandlungsoptionen
Aktuell werden folgende Vorgehensweisen bei lärmbedingten Innenohrschäden empfohlen:
  • Infusion von Cortison / Rheologika (Durchblutungsverbesserung)
  • HBOT (Sauerstoffüberdrucktherapie)
Ein frühestmöglicher Therapiestart sichert die größten Besserungschancen!
Nach Auftreten eines Tinnitus kommt es gelegentlich zu Spontanheilungen und der Ton verschwindet wieder.
Sollte dies nicht der Fall sein, sollten Sie schnellstmöglich (nach 48 Stunden, spätestens innerhalb von 3 Monaten) einen Facharzt aufsuchen. Dieser wird in der Regel eine Infusionstherapie mit Cortison vorschlagen. Kombiniert man diese mit der HBO ergeben sich für Sie als Patienten die besten Chancen auf Besserung.
Auf keinen Fall sollten Sie „einfach“ abwarten!

Kontraindikationen / Nebenwirkungen
Bei einer gründlichen Untersuchung und Anamnese schließt der Arzt im Druckkammerzentrum mögliche Kontraindikationen aus und stellt ihre persönliche Eignung für die Therapie fest.
In den nachfolgenden Studien sind die Effekte nachzulesen.

Gleichwertiger Erfolg bei der HBO- & Infusionstherapie
Eine prospektive randomisierte Studie bestätigte in Hannover die therapeutische Gleichwertigkeit beider Verfahren. Damit ist bei einer fehlenden oder nicht genügenden Wirksamkeit der Infusionsbehandlung die HBO indiziert.

Akutes Stadium (< 3 Monate)
Behandlung / Verfahren Erfolgsaussichten
Durchblutungsfördernde Medikamente, z. B. Tabletten 25%
Infusionen mit Durchblutungsfördernde Medikamente 40%
Infusionen mit Durchblutungsfördernde Medikamente und zusätzlich Cortison 50%
hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) >60%
hyperbare Sauerstofftherapie im Frühstadium 85%

Subakutes Stadium (3-12Monate)
Behandlung / Verfahren Erfolgsaussichten
Medikamente, z. B. Tabletten 5%
Infusionen 15%
HBO 25%

Studien:
  • European Manual of Medicine
    Editors: M. Anniko, M. Bernal-Sprekelsen, V. Bonkowsky, P. Bradley, S.Iurato
    Otorhinolaryngology, Head & Neck Surgery
    Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2010
    ISBN 978-3-540-68940-9
  • S1 Leitlinie Tinnitus Hörsturz von 01/2014
Zusammengefasst: Widersprüchliche Aussagen zum Nutzen Aufgrund schlechter Qualität der Studien. Die gesammelten Beobachtungen deuten aber auf eine „signifikante Verbesserung der Hörleistung“ hin.
  • Vier Therapieformen beim akuten Hörsturz wurden bewertet:
    –    Cortikosteroide
        •    Unklare klinische Signifikanz
    –    Vasodilatatoren/ Vasoaktive Substanzen
        •    Effektivität bleibt unbewiesen
    –    Intratympanale Steroide
        •    Äquivalent zu den oralen Steroiden und von unklarer klinischer Signifikanz
    –    HBO-Therapie
        •    Metaanalyse 2005: HBO verbessert das Hören
        •    Update 2007: HBO verbessert den Hörverlust signifikant bei früher Vorstellung
        •    Update 2010 und 2012: selbe positives Statement

Kostenübernahme
  • Sie erfolgt auf der Basis der Gebührenordnung Ärzte (GOÄ).
  • Die HBO wird in der Regel von der privaten Krankenversicherung erstattet; sie ist bei dem hier vorliegenden Krankheitsbild („mit Perzeptionsstörung des Innenohres verbundenes Tinnitusleiden“) beihilfefähig.
  • Bei gesetzlichen Krankenkassen wird über die Kostenübernahme im Einzelfall entschieden.



 
 

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